Königspinguine brüten auf mehreren Inselgruppen rund um die Antarktis (1). Die atlantische Population ist sehr ungleich auf den Inselgruppen Südgeorgiens und der Falklands verteilt: Während auf Südgeorgien über 400,000 Brutpaare leben, hat sich auf den Falklandinseln erst Ende der 1960er Jahre eine kleine Brutkolonie etabliert, die derzeit etwa 500 Jungtiere jährlich produziert (2).

King dispersal spring & summer

Verbreitung von Königspinguinen der Falklands in Frühjahr & Sommer

King dispersal autumn & winter

Verbreitung von Königspinguinen der Falklands in Herbst & Winter

Untersuchungen zur Brutbiologie haben ergeben, dass sich die Königspinguine von den Falklandinseln im Vergleich zu ihren Artgenossen auf anderen Brutinseln durch eine kürzere Brutperiode auszeichnen (3). Weitere Unterschiede bestehen im Hinblick auf ihre bevorzugten Nahrungsgebiete (4) und das Nahrunsspektrum im Jahresverlauf (5, 6). Auch ihr Tauchverhalten konnte detailliert beschrieben werden, u.a. wurde erstmalig ein synchronisiertes Tauchverhalten beobachtet (7). Hingegen zeigten jugendliche Königspinguine von den Falklands und Südgeorgien keine so deutlichen Unterschiede im Verhalten (8). Die in Bezug auf selbstständigen Nahrungserwerb naiven Tiere hielten sich, unabhängig von ihrer Herkunft, hauptsächlich im Bereich der Antarktischen Konvergenz auf und wanderten im Laufe der Zeit vom Atlantik entweder in den Indischen oder den Pazifischen Ozean.

Derzeit führen wir ernährungsökologische Untersuchungen in einer kleinen Königspinguinkolonie in der Magellanstraße, Chile, durch. Diese Kolonie hat sich erst in den letzten 10 Jahren etabliert, das erste Küken wurde 2015 flügge. Der Lebensraum dieser Tiere, an Land und im Meer, unterscheidet sich deutlich von dem ihrer Artgenossen in anderen Brutgebieten. Daher sind die Ergebnisse insbesondere vor dem Hintergrund der globalen Klimaerwärmung von großem Interesse.

Figure 1

Wanderungen juveniler Königspinguine

  • (1) Bost, C.A., K. Delord, C. Barbraud, Y. Cherel, K. Pütz, C. Cotté, C. Péron & H. Weimerskirch (2013) King Penguin. Pp 7-21 in: García Borboroglu, P.G. & P.D. Boersma (eds.) Penguins – Natural History and Conservation. University of Washington Press, Seattle U.S.A. ISBN 978-0-295-99284-6
  • (2) Pistorius, P., A. Baylis, S. Crofts & K. Pütz (2012) Population development and historical occurrence of King Penguins at the Falkland Islands. Antarctic Science 24(5): 435-440
  • (3) Otley, H., A. Clausen, D. Christie, N. Huin & K. Pütz (2007) Breeding patterns of King Penguins from the Falkland Islands. First results. The Emu 107: 156-164
  • (4) Pütz, K. (2002) Spatial and temporal variability in the foraging areas of breeding King Penguins. The Condor 104: 528-538
  • (5) Piatkowski, U., K. Pütz & H. Heinemann (2001) Cephalopod prey of king penguins (Aptenodytes patagonicus) breeding at Volunteer Beach, Falkland Islands, during austral winter 1996. Fisheries Research 52: 79-90
  • (6) Cherel, Y., K. Pütz & K. Hobson (2002) Summer diet of king penguins (Aptenodytes patagonicus) at the Falkland Islands, southern Atlantic Ocean. Polar Biology 25: 898-906
  • (7) Pütz, K. & Y Cherel (2005) The diving behaviour of brooding King Penguins (Aptenodytes patagonicus) from the Falkland Islands: Variation in dive profiles and synchronous underwater swimming provide new insights into their foraging strategies. Marine Biology 147: 281-290
  • (8) Pütz, K., P.N. Trathan, J. Pedrana, M.A. Collins, S. Poncet & B. Lüthi (2014) Post-fledging dispersal of King Penguins (Aptenodytes patagonicus) from two breeding sites in the South Atlantic Ocean. PLoS ONE 9(5): e97164. doi:10.1371/journal.pone.0097164